Geschichte

Weshalb gibt es  reformierte in Fredericia?
Im Jahre 1685 hob der frz. König, Ludwig XIV., die Religionsfreiheit auf. Wer nicht dem Katholizismus angehörte, musste entweder konvertieren oder das Land verlassen, um der Verfolgerung zu entgehen. Ein Teil der frz. Reformierten flüchtete daraufhin in die Pfalz und später weiter nach Brandenburg. 1719 lud der dänische König, Friederich IV., die Huguenotten ein, sich in der Festungsstadt Fredericia niederzulassen. Im Gegenzug schenkte ihnen der König Land und gewährte ihnen zahlreiche Privilegien. So genossen die Reformierten Religionsfreiheit, brauchten die ersten 20 Jahre keine Steuern und keinen Zoll zu bezahlen, und der König zahlte ihnen 10 Jahre lang das Pastorengehalt. Einige hundert Reformierte, vor allem Landwirte und Tabakpflanzer siedelten sich in der Stadt an.
Heute zählen zu der reformierte Gemeinde in Fredericia neben den Nachfahren der frz. Siedler, viele dänische Familien und Einzelpersonen, die sich der Gemeinde aus Interesse am reformierten Glauben angeschlossen haben.
Es gibt 4 reformierte Gemeinden in Dänemark. Eine deutsche, eine französische und eine koreanische Gemeinde befindet sich in Kopenhagen, wo sie sich eine Kirche teilen. Die Gemeinde in Fredericia hat ihre eigene Kirche. Die Kirchensprache ist dänisch, die Pastorin gebürtige Deutsche.

Was ist die gemeinde in Fredericia?

Die Gemeinde in Fredericia besteht aus ca. 300 Mitgliedern aller Altersstufen. Zwei Drittel der Gemeindeglieder wohnt in Fredericia; die übringen über das ganze Land verteilt. Auf der jährlichen Gemeindeversammlung wõhlen die Gemeindeglieder 6 Personen, die den Kirchenvorstand bilden, der in etwa dem Gemeinderat der dänischen "Folkekirke" entspricht.

Die Kirchenvorsteher nehmen zusammen mit der Pastorin die tägliche Arbeit in der Gemeinde wahr. Hierzu gehören die kirchlichen Handlungen, die Finanzen, die Instandhaltung der Gebäude sowie die Teilnahme an den vielen Tages- und Abendveranstaltungen.

Jede reformierte Gemeinde ist absolut selbstständig. Der Kirchenvorstand erstattet der Gemeindeversammlung Bericht, die alle wichtigen Beschlüsse genehmigen muss.

Die Pastorin und die Kirchenvorsteher stehen im engen Kontakt mit den Gemeindegliedern, wodurch jeder einzelne die Möglichkeit hat, Einfluss auf den Alltag der Gemeinde zu nehmen. Die Pastorin besucht so oft wie möglich die Gemeindeglieder, die über ganz Dänemark verteilt wohnen und hõlt auch Gottesdienste in anderen Städten.